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Koliken - vermeidbare Qualen
Unserer Erfahrung nach werden über 90% der Koliken durch falsche Fütterung verursacht.
Folgende Punkte fördern nach unseren Beobachtungen eine Kolik:
- zu wenig Heu
strukturreiches Heu ist der Ballaststoff Nr.1, der den Darminhalt in Bewegung hält. 3-4 mal täglich - oder wenn möglich sollte das Heu sogar zur freien Verfügung stehen. Pro Großpferd sollte mind. ein halber Ballen (ca. 10kg) pro Tag verfüttert werden
- zu viel Stroh
wenn zuwenig - oder schlechtes Heu angeboten wird, fressen die Pferde auch gerne Stroh. Zuviel davon kann unseren Erfahrungen nach zu Anschoppungsproblemen führen
- Sägemehleinstreu
hier gilt das selbe: wenn zuwenig - oder schlechtes Heu angeboten wird, fressen manche Pferde sogar Sägemehl. Es kann zu schweren Anschoppungen kommen
- strukturloses Futter
Pellets, Heucobs, Maispellets, strukturarmes Öhmd sollten nicht oder nur wenig verfüttert werden.
- quellfähiges Futter
Pellets, Heucobs, Maispellets und insbesonders Rübenschnitzel sollten - wenn man diese unbedingt verfüttern will - nur sehr gut eingeweicht verfüttert werden. Das Einweichen kann gut bis zu 24h dauern. Die aufgeweichten Futterstoffe dürfen nur sehr kurz gelagert werden (insbesonders Rübenschnitzel), da sie bald verderben. Daß trocken verfütterte Kleie lebensbedrohliche Schlundverstopfungen auslösen, sei an dieser Stelle auch erwähnt.
- verdorbenes Futter
unserer Erfahrung nach sind etwa 80% der Großballen nur von ausreichend bis mangelhafter Qualität. Selbst bei den kleinen Ballen dürften es noch jede 3. Charge sein, die zuviel Schimmel oder Fermentationsprodukte (tabakartiger Geruch, dunkle Farbe) aufweist.
- nicht abgelagertes Rauhfutter und Stroheinstreu
Heu sollte wenigstens 6-8 Wochen - Stroh mindestens 4 Wochen gelagert werden, bevor es eingestreut oder verfüttert wird
- zu schnelle Futterumstellung
es ist eine bekannte Tatsache, daß der zu schnelle Wechsel von Futter - insbesonders von Heu auf Weide zu Problemen führt.
- falsches Weiden
Es ist ein Fehler, im Frühjahr oder im Herbst, die Pferde ausschließlich ihren Futterbedarf über das Weiden decken zu lassen, da hier sehr viel blattreiches, strukturarmes Futter aufgenommen wird, das zu Anschoppungen führen kann.
Mehrmalige Gabe von Heu kann viel Geld, Schmerz und Ärger vermeiden.
- unzureichende Bewegung
insbesonders in den Wintermonaten kann bei einigen Pferden Probleme bereiten.
Für kolikanfällige Pferde möchte ich folgende Empfehlungen geben:
- Mindestens 10kg Heu (ca. 1/2 Ballen) für ein Großpferd pro Tag auf mindestens 3-4 Mahlzeiten verteilt (auch gerne nochmals spät am Abend: Wer die Gewohnheiten seiner Pferde kennt weiß, daß sie nachts meist nochmals sehr aktiv werden und alles fressen, was da ist)
- Alle 3-7 Tage Kleiemash (mit Leinsamen)
- Regelmäßige Kotkontrolle
man sieht den "Äpfeln" an, wann es wieder kritisch wird: Wenn sie sehr hell sind, wird viel Stroh gefressen, was zur Anschoppung führen kann. Noch wichtiger ist die Konsistenz der Bällchen: Wenn sie glatt, glänzend und so gummiartig hart sind, daß man sie fast nicht mehr zertreten kann, ist Gefahr im Verzug und es sollte unverzüglich mit Mash und Bewegung (je nach Kondition mehrmals 30 Min bis 1h) darauf reagiert werden.
Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte einen Fachtierarzt anfordern, der durch eine rektale Untersuchung eine saubere Diagnose stellen kann.
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