Die Kastration

Über die Gründe für eine Kastration kann man lange diskutieren, das soll hier aber nicht das Thema sein.

Nur zwei Punkte "Pro Kastration" sollen angerissen werden:

- Hengste sind mit 18 Monaten zeugungsfähig. Sind Stuten in Reichweite mit auf den Weiden, gilt es sogenannte "Weideunfälle" zu vermeiden, denn diese Fohlen will nachher niemand haben und sie landen entweder beim Schlachter oder bei dubiosen Händlern.

- Hengste führen meist ein qualvolles Einzeldasein, da sie meist nicht mit anderen Pferden zusammen gelassen werden können. Jede Stute, die in seine Reichweite kommt, bedeutet Qual für ihn, da er seinen Trieben nicht nachkommen kann.
Oft sieht man Hengste alleine angebunden. Niemand kann hier ernsthaft von artgerechter Haltung sprechen.


Es besteht Aufklärungsbedarf

Über die Durchführung von Kastrationen muß dringend aufgeklärt werden, denn hier wird sehr viel Tierschutzwidriges getan.

Noch immer werden unzählige Hengste nur mit Neuroleptika ruhiggestellt und ohne weitere Betäubung im Stehen kastriert. Dies ist absolute Tierquälerei.

Auch ist uns zu Ohren gekommen, daß einige Tierärzte sehr unsteril arbeiten (wahrscheinlich wollen sie auch an den Komplikationen verdienen)

Wir haben auch mitbekommen, daß die Pferde stundenlang angebunden mit großen Metall-Klammern an der frischen Wunde stehen mußten, oft ohne Betäubung. Auch dies ist mittelalterlich und Tierquälerei. Wozu gibt es denn sich selbst auflösende Fäden.


Die Kastration selbst

Der Zeitpunkt

Unseres Wissens ist der beste Zeitpunkt zur Durchführung im Frühjahr oder im Herbst und am Besten mit etwa einem Jahr.

Das Frühjahr oder Herbst deshalb, weil die Insektenplage dann gering ist und im Winter die Wundheilung schlechter ist. Die OP kann zum einen in der Klinik geschehen oder, wenn die Möglichkeit besteht, auf einer „sauberen“ Wiese. Es ist immer darauf zu achten, daß alle Instrumente sauber bleiben um Infektionen zu vermeiden.

Die Wunde wird nur teilweise vernäht, damit das Wundwasser ablaufen kann.Meist wird noch Antibiotika gespritzt um Infektionen vorzubeugen

Die Narkose

Pferde sollten in Narkose operiert werden. Sie bekommen dann von der OP selber nichts mit.
Es sollten immer 2 Tierärzte die OP durchführen.

Eine Beruhigungsspritze ist vor Einleitung der Narkose sinnvoll

Vor und nach der Narkose darf das Pferd einige Zeit kein Futter aufnehmen, wenn dann angefüttert werden darf, geschieht dies am besten mit kleinen Mengen nassem Heu aus der Hand, um die Aufnahme übermäßiger Mengen und nicht richtiges Abschlucken zu vermeiden, was ansonsten zu gefährlicher Schlundverstopfung führen kann.

Ein guter Tierarzt weiß, wie man dem Pferd beim Abliegen und Aufstehen hilft und er wird dabei bleiben, bis das Pferd wieder halbwegs fit ist.

In den folgenden Tagen sollte man das Pferd am besten auf Torfeinstreu stellen, da hier am wenigsten Schmutz in die Wunden beim Abliegen dringen kann. Stroheinstreu ist zu vermeiden

Die Nachsorge

Beobachten der Wunde und evt. leichtes Sauberhalten, wenn das Pferd dies zuläßt. Auch der Stall sollte absolut sauber gehalten werden. Das Pferd soll sich ruhig bewegen um Schwellungen zu vermeiden und den Abfluß von Wundwasser zu erleichtern.

Kosten

Die Kosten einer professionellen Kastration einschließlich Narkosearzt belaufen sich etwa auf DM 500.--