Der Film mit dem Titel "Schicksal der Haflingerfohlen" wurde von Manfred und Marina

Karremann aufgenommen und vom SWR sowie ARD am 13.1.03 ausgestrahlt.

Gezeigt werden Aufnahmen von Auktionen, Transport und Vermarktung der Haflingerfohlen, Zustände in österreichischen, deutschen und italienischen Schlachthöfen bei der Schlachtung von Fohlen, Großpferden und einem Rind.

Von besonderer Tierschutzrelevanz sind Aufnahmen auf italienischen Tiermärkten, privaten italienischen Akkord-Schlachthöfen und von den Tiertransporten.


Nachfolgend berichte ich über Tierquälereien, die im Film gezeigt werden.


Missstände auf einem Schlachthof bei Padua


Herr Karremann: "Wir schauen uns den Schlachthof bei Padua an.

In einem gleichen sich die Schlachthöfe. Fast überall müssen die Tiere den Tod ihrer

Artgenossen mitansehen."

Beim Aufhängen an den Hinterbeinen zappelt ein Fohlen erheblich. Pferde im Treibgang, die vor dem Tötungscontainer stehen, sehen das und reagieren unruhig u. wiehern.


Fehlende Rücksichtnahme auf gehunfähige Tiere (Privater Akkord-Schlachthof in der

Nähe des Gardasees)


Laut Sprecher sind auf einem Akkord-Schlachthof unbeschreibliche Grausamkeiten Alltag. Diese Kuh hat auf der rechten Seite beide Beine gebrochen. Sie sind in der Mitte abgeknickt und schräg nach außen verdreht.

Die Kuh wird nicht an Ort u. Stelle geschlachtet, sondern von mehreren Personen

gezwungen, sich in dem qualvollen Zustand in den Schlachtraum zu schleppen.


"Einem Schimmel geht es nicht viel besser."

Die Hinterhufe sind umgeknickt. Obwohl seine Hinterbeine beidseitig gebrochenen sind,

wird er in den Schlachtraum getrieben.


Eine Videoüberwachungsanlage mit täglicher Auswertung. Eine stärkere Präsenz von Amtstierärzten könnte dafür Sorge tragen, dass derartige Tierquälereien unterbleiben und bei Anlieferung transportunfähiger Tiere Recherchen zur Vorgeschichte aufgenommen und Tierschutzverstöße gemaßregelt werden.


"Wir drehen auf einem Akkord-Schlachthof in der Nähe des Gardasees."


Akkord-Schlachtung von Fohlen und Großpferden

(Privater Akkord-Schlachthof)

Ein Pferd steht im engen Gang kurz vor dem ca. 70 cm schmalen"Tötungscontainer".

Mit panisch aufgerissenen Augen weigert es sich unter der Falltüre, die sich vor dem

Kopf des Tieres befindet, hindurch in den Container zu gehen. Auch das Mitansehen der Tötungsprozedur des Tieres vor ihm, kann Ursache der Panikreaktion sein.

Ein Mitarbeiter des Schlachthofs, der im Akkord arbeitet, schlägt daraufhin das Pferd

unentwegt mit einer ca. 6-7 cm dicken und ca 1m langen Eisenstange unaufhörlich brutalst auf den Rücken. Das Tier bewegt sich trotzdem keinen Zentimeter nach vorne.



Ein solches Schicksal trifft vor allem ängstliche und sensible Pferde, die mit Panik

reagieren, wenn sie in enge "Behältnisse" sollen und mitansehen müssen, wie Tiere vor

ihnen getötet werden.


Vorschlag:


Das Schlachten im Akkord begünstigt solche Tierquälereien. Akkord-Schlachtungen sollten EU-weit verboten werden. Die Tiere müssen so zum Tötungscontainer verbracht werden, dass sie die Tötung und das Aufhängen ihrer Artgenossen nicht mitansehen müssen. Qualtitätsstandards für das Schlachten sollten vor geschrieben werden und die Umsetzung durch die Installation von Videokameras kontrolliert werden.



Akkord-Schlachtung von Fohlen - ein Beispiel in der Nähe des Gardasees

(Privater Akkord-Schlachthof)

Herr Karremann berichtet im Film:

"In großen Schlachthöfen, wie diesem in der Nähe des Gardasees, kommt der Tod im

Akkord. Verzögerungen sind nicht einkalkuliert. Auch die Fohlen stehen im Teibgang.

Zeit ist Geld. Jeweils zwei Fohlen kommen in eine Tötungsbox. Die Tötung des ersten Tieres geht noch relativ schnell vor sich. Doch schon das 2. Fohlen ist so nervös, dass es den Kopf nicht mehr still hält. Dabei ist es schwierig, Fohlen zu betäuben. Der Schuss muss exakt sitzen. Kaum ein Fohlen ist betäubt, wenn es ans Fließband gehängt wird. Nur selten trifft der Schlächter."


Im Film wird gezeigt wie das erste Fohlen mit Krämpfen zusammenbricht.

Das zweite Fohlen in der Tötungsbox kommt daraufhin in Panik. Der Akkord-Metzger kann unter diesen Umständen nur einen Fehlschuss setzen. Unmittelbar danach kreischt das 2. dunkelbraune Fohlen anhaltend und unsäglich durchdringend. Ein krampfhaftes Zappeln folgt. Der Metzger kann wegen der hohen seitlichen Wände und dem zappelnden Fohlen keinen zweiten Schuss mehr setzen.

"Fachgerechtes Betäuben sind hier Fehlanzeige aber das interessiert niemand."

Herr Karremann weist im Film mehrmals daraufhin, dass die Betäubung von Fohlen schwierig ist. "Wenn der Schuss 1 cm von der richtigen Stelle abweicht, wird das Gehirn nicht zerstört und das Tier nicht betäubt."


EU weites Verbot von Schlachtungen im Akkord. Keine Schlachtung von Fohlen, Eseln, Ponys und Kälber in Tötungsboxen für große Tiere, da wegen der hohen Seitenwände kein 2. Schuss gesetzt werden kann. Keine Schlachtung von 2 Tieren in einer Tötungsbox. Schlachträume müssten so umgestaltet werden, dass Tiere nicht die Tötung und das Aufhängen vorangehender Tiere mitansehen müssen. Installationen von Videokameras und Auswertung durch die Aufsichtsbehörden sollten bei Fohlen- und Kälberschlachtungen zwingend vorggeschrieben werden.



Situation der Fohlen auf italienischen Viehmärkten


Herr Karremann berichtet, dass Fohlen aus Österreich und Deutschland nach dem Transport über die Alpen in der Regel in italienischen Mastbetrieben für kurze Zeit gemästet werden. Dort stehen auch Tiere mit Transportverletzungen. Nach der Mast werden die Fohlen häufig über Viehmärkte verkauft. Der Kameramann zeigt erschreckende Szenen:


- Der Kopf eines Fohlen im LKW-Anhänger ist mit einem extrem kurzen Strick an einer Querstange befestigt. Wieviel Stunden muss es so ausharren?

- Frau Karremann:"Ein südtiroler Lkw beispielsweise war über alle Maßen überladen."

- Ein Haflingerfohlen mit Verletzungen am Rücken und Mistkrusten im Fell liegt zu Tode erschöpft am Boden inmitten einer Gruppe von großen Pferden.

- Ein sehr kleines Fohlen versucht immer wieder eine extrem steile LKW-Rampe hochzuklettern und stürzt bei jedem Versuch auf die Rampe.

Ein zweites Fohlen, das zur Rampe geführt wird, rutscht ebenfalls aus und stürzt immer wieder zu Boden.


Eine Verordnung, Rampen mit "Querlatten" zu versehen und nur Transporter mit weniger steilen Rampen zuzulassen, könnte unnötige Tierquälereien beim Transport verhindern.

Eine intensivere amtstierärztliche Überwachung von Auktionen und Tiermärkten könnten verhindern, dass Tiertransportfahrzeuge massiv überladen werden.

Transportverletzungen oder das Niedertreten schwächerer Tiere während des Transports, auf den Viehmärkten oder in den Wartestallungen der Schlachthöfe könnten verhindert werden durch eine Transport-, Viehmarkt- und Schlachthofverordnung für Fohlen und Kälber, die vorschreibt, das die Tiere getrennt von erwachsenen Tieren aufzustallen sind.


Auf einem Markt in Montichiari bei Padua (25018 Montichiari, Brescia) findet das Kamerateam zu Tode erschöpfte Fohlen, die bereits an einen süditalienischen Schlachthof verkauft wurden. Da die liegenden Tiere unruhig den Kopf heben und senken und leichte Ruderbewegungen mit den Beinen ausführen, kommt die Vermutung auf, dass sie unter akutem Wassermangel leiden. Frau Karremann erwähnte mir gegenüber, dass auf den Märkten keine Wasserbottiche, nirgends Tränkebecken oder Händler zu sehen sind, die Tiere tränken. "Auf deutschen und österreichischen Märkten ist die Situation selten besser: In Maishofen bei Salzburg zum Beispiel wurde nicht getränkt", berichtet Frau Karremann.


Wassermangel trifft vor allem junge Tiere wie Fohlen, Jährlinge und Kälber hart (Jungtiere haben einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf), die auf den Stationen vorher nicht getränkt wurden und denen ein weiter Weg zu den Schlachthöfen nach Süditalien bevorsteht.

In Österreich berichtet die Amtstierärztin Dr. Irene Sanglhuber auf dem Nutzpferdemarkt in Feldkirchen, Kärnten: "Die Fohlen, die hier angeliefert werden, gehen überwiegend zur Schlachtung.......Es wird immer wieder beobachtet, dass sie nicht ordnungsgemäß getränkt werden."

"Kärnten ist noch ein Positivbeispiel. Generell ist keine solch kompetente und pflichtbewusste Tierarztpräsenz vorhanden," antwortet Frau Karremann auf meine Nachfrage.


Zugang zu kostenlosem Wasser auf italienischen Viehmärkten und intensivere amtstierärztliche Kontrollen mit konsequenten Maßregelungen könnten Tierquälereien aufgrund von Wassermangel verhindern.




Flugblatt: Übersetzung aus Polen 2002-07-10


http://www.viva.org.pl/konie/

Fundacja "Miedzynarodowy Ruch Wegetarinan Na Rzecz Zwierzat - Viva!"


Viva!

Akcja dla zwierzat

ul. Kopernika 6 m. 8

00-367 Warszawa


Zusammenfassung und Übersetzung Danuta Wierczimok


Helft der Viva", den Pferdeexport aus Polen zu beenden


Jedes Jahr werden ca. 100 000 Pferde aus Mitteleuropa nach Italien, Frankreich und Belgien in die dortigen Schlachthäuser transportiert. Der größte Exporteur ist Polen. Jährlich werden 87 000 Pferde, davon 90% nach Italien und 10% nach Frankreich und Belgien verkauft.


Auf die Pferde wartet ein langer und schwieriger Transport, zu.B. 95 Stunden bis nach Sardinien (2.500 km).


Die Herkunft der Pferde


Es werden Pferde unabhängig von Alter und Rasse verkauft: Reitpferde, Zuchtpferde und Pferde aus der Landwirtschaft. Viele Pferde werden aus Litauen und Russland bis nach Italien transportiert. Unter den transportierten Pferden befinden sich viele alte, kranke, blinde und verletzte Pferde.

Fohlenfleisch gilt in Italien als "gesunde Nahrung".............Der größte Pferdemarkt ist in Skaryszwewie, wo Tausende Pferde angeboten werden.


Warum polnische Pferde?


Die italienischen Verbraucher verlangen Tausende Tonnen Pferdefleisch. Wegen niedriger Preise ist Polen der ideale Lieferant. Der durchschnittliche Preis in Polen beträgt 1.000 zl = ca. 250 US $ pro Pferd. Weil die Italiener "trockenes Pferdefleisch" mögen, werden die Pferde unterwegs nicht getränkt. Die Qual der Tiere ist unermesslich, aber das interessiert keinen.


Der Transportweg


Die Pferde werden in überladenen LKW's über schlechte Straßen transportiert. Durch die fehlenden Kontrollen werden die Pferde bereits vor der polnischen Grenze sehr oft krank und verletzt. Viva hat bewiesen, dass kranke und verletzte Pferde ohne die vorgesehenen Pausen nach 24 Stunden weiter transportiert werden. Der Weg von Polen nach Italien führt aus Chiescyn über die Tschechei, Slowakei und Ungarn. Es sind Umwege die gewählt werden, weil in Österreich Kontrollen durchgeführt werden.

Wenn der Pferdetransport an der Grenze von Slowenien zu Norditalien in Corizii EU-Gebiet betritt, befinden sich mehrere der Pferde in schwerer physischer und physischer Erschöpfung oder sie sind bereits gestorben.


In einem LKW werden größere Pferde mit Ponys und Fohlen zusammen transportiert. Das Ergebnis - junge, kranke und schache Tiere werden zu Tode getrampelt. Obwohl vor Erreichen der halben Strecke sehr viele der Tiere verletzt, krank oder tot sind, geht der Transport weiter bis zum Schlachthof nach Sardinien.


Der Schlachthof


Nach der Ankunft werden die Pferde brutal aus den LKW's in den Schlachthof gezogen.Sehr oft werden die Tiere gesetzwidrig ohne Betäubung geschlachtet (siehe auch Film von Manfred u. Marina Karremann Jan. 2003, Schlachthöfe in Norditalien).


EU - Gesetze


Es gibt nur EU-Richtlinien aber keine eindeutigen Gesetze zum Schutz der Tiere während des Transports. Die unzureichenden EU-Richtlinien und polnischen Gesetze werden ignoriert. Beim Gewinnstreben sind Tierquälereien uninteressant.


26.12.01


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