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Prinzipiell gibt es 2 Möglichkeiten: Eine Amme suchen oder per Flasche aufziehen, wobei eine Amme die deutlich bessere Lösung ist. Allerdings gilt hier die alte Weisheit: Man nehme, so man habe... Bis aber eine Ammenstute gefunden ist, wird man um die Übergangslösung mit der Flasche nicht herum kommen.
Kolostralmilch Wenn die Mutter jedoch gleich bei der Geburt stirbt, ist es noch lebensnotwendig, daß das Fohlen mit der sogenannten Kolostralmilch versorgt wird, da diese dringend benötigte Antikörper enthält, die für das Fohlen überlebenswichtig sind. Die Aufnahme muß innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach der Geburt erfolgen, da nur in dieser Zeit die Antikörper aufgenommen werden können. Wenn die Aufnahme der Kolostralmilch nicht gewährleistet ist, muß ein Bluttest durch den Tierarzt (vor Ort) durchgeführt werden, der die Zahl der Antikörper im Blut feststellen kann. Bezugsquellen für Kolostralmilch
Adressen für die Vermittlung von Ammenstuten
Kontaktieren Sie auch Tierärzte und Tierkliniken (gelbe Seiten - auch im Internet), da diese Kenntnisse über anstehende Problemgeburten oder bereits eingetretene Todgeburten haben. Die Halter der Stuten mit Todgeburten sind meist bereit, ihre Stute als Amme zur Verfügung zu stellen, da sie ansonsten die Stute abmelken müssen.
Folgende Tipps haben wir zu dieser Thematik gesammelt: <<"Verhält sich die Stute gegenüber dem Fohlen ablehnend, müßt ihr sie durch Futter ablenken oder sie festhalten, falls sie treten sollte, sogar ein Huf hochhalten. In der Regel legt sich das ablehnende Verhalten innerhalb der ersten drei Tage. Während dieser Zeit ist das Verhalten der Stute ständig zu beobachten. Letztes Mittel, die Mutterinstinkte zu wecken, ist dann am dritten Tag die Stute an der Hand aus dem Stall zu führen und das Fohlen frei mitlaufen zu lassen. Vielfach wird sie nach dem Fohlen wiehern, wenn es sich dann von ihr entfernt und der Bann ist gebrochen. Schlechte Chancen habt ihr, wenn die Stute anfangs freundlich und im Laufe der Zeit ablehnend wird. Dann muß die Suche nach einer Amme von vorne losgehen oder ihr verlegt euch doch noch auf die Ernährung mit künstlicher Fohlenmilch.">> Oft wird auch die Empfehlung, das Fohlen mit dem Kot/Urin der zukünftigen Ammenstute einzureiben, als "Geheimtipp" gehandelt: Zumindest bei uns war es ein totaler Flopp
Dazu benötigt man außer dem Fohlenmilchtauscher noch folgende Utensilien:
Zuallererst muß dem hungrigen Fohlen das Trinken aus dem Schoppen beigebracht werden. Es kann mehrere Stunden dauern, bis das Fohlen das erste Mal die angebotene Milch annimmt. Dabei ist zu beachten, daß die Milch nicht zu stark abkühlen darf. In den ersten zwei Wochen muß man etwa alle 45 Min tränken. Wichtig ist auch, daß dem Fohlen nicht zuviel Milch auf einmal gegeben wird, da ansonsten ernsthafte Schäden am Magen durch Überdehnung zu erwarten sind. Die Herstellerangaben bzgl. der Milchmenge/Anzahl der Fütterungen war unserer Meinung auf die Bequemlichkeit und nicht auf den tatsächlichen Bedarf ausgelegt, was zumindest die letzten Abschnitte der Milchfütterung betraf.
Hygiene Sehr wichtig ist auch die Hygiene. Alle zum Tränken verwendeten Gerätschaften sind sorgfältig und gleich nach Benutzung zu reinigen: Zuerst heiß mit Spülmittel, dann sehr gründlich kalt nachspülen. Dabei sind auch die Spülmittelreste im Sauger zu berücksichtigen. Wenn Milchreste längere Zeit in einem Gefäß vor sich hingammeln, bildet sich Buttersäure, die Gerätschaften unbrauchbar macht: Der Geruch ist praktisch nicht mehr wegzubekommen. Wenn das Fohlen einen bestimmten Milchaustauscher verträgt (kein Durchfall), so sollte dieser unbedingt beibehalten werden. Es kann zu Lieferengpässen kommen, so daß immer ein geprüfter Vorrat da sein sollte: Uns ist es leider einmal passiert, daß ein Sack (von einem der größten Hersteller) klumpig war und trotz Hunger vom Fohlen verweigert wurde. Der Zeitraum, bis Ersatz verfügbar war, war sehr kritisch und weckt schlechte Erinnerungen. Hersteller von Milchaustauschern für Fohlen sind u.a. Salvana,Höveler und Pavo. Alle werden in Pulverform geliefert und mit Wasser angerührt. Von Milchaustauschern für Kälber können wir nur abraten, da hier starke und damit lebensbedrohliche Durchfälle auftraten. 25 Kilo kosten ca.€ 50.
Fohlenstarter (Kraftfutter für Fohlen) ist ein zweischneidiges Schwert: Er nimmt einem zwar einen Teil des Tränkens ab, (man kann die Pellets zuerst einweichen, weil die Fohlen die Pellets noch nicht richtig kauen können und wenn man sie dann trocken verfüttern kann, lernt das Fohlen, feste Nahrung aufzunehmen) jedoch ist dieser so nahrhaft, daß ernsthafte Schäden zurückbleiben, wenn der Fohlenstarter nicht sehr diszipliniert angewendet wird, da der Körper zu schnell "schießt" und Sehnen und andere Körperteile im Wachstum nicht nachkommen
Die Fütterungsempfehlungen der Hersteller sind sehr kritisch zu betrachten und sind unserer Meinung nach für Züchter gedacht, die ihre Fohlen möglichst schnell loswerden wollen. Auch möchten wir von Futtermitteln abraten, die tierische Bestandteile wie zB Gelatine enthalten. Pferde sind Vegetarier und die jüngste Vergangenheit hat doch ziemlich eindrucksvoll gezeigt, wie unheilvoll das Füttern von tierischen Bestandteilen an Pflanzenfresser ist.
Der Fohlenhof Voss in Wittorf hat sich auf die Aufzucht verwaister Fohlen spezialisiert. Er ist nahezu rund um die Uhr unter 0171/4948618, 0171/6451628 oder 0171/8328649 zu erreichen Der Fohlenhof kümmert sich auch um den (nicht ganz einfachen) Transport. Wir haben die Erfahrung gemacht, daß man hier auch bereitwillig gute Tipps bekommen kann.
Nach dem Tierschutzgesetz dürfen Fohlen nicht in Anbindehaltung gehalten werden. Täglicher Weidegang mit Artgenossen sollte zur Selbstverständlichkeit gehören.
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